Wir hams durchgezogen: Geschenke erst am 25. Dezember morgens! Und es hat tatsächlich einige Vorteile, nicht alles auf einen Tag zu legen. Der 24. Dezember war für uns ein entspannter Tag.
Die Kinder waren aber sehr aufgeregt. Am Nachmittag haben wir den "Polarexpress" angesehen, um schließlich alles über amerikanische Weihnachten zu erfahren -- und das war gut, denn wir wussten noch nicht, dass wir Santa Claus ein Glas Milch und Kekse hinzustellen haben. Wir wussten aber zum Beispiel, dass viele Familien am Christmas Eve, also am Abend des 24., ein Essen in den Weihnachtsfarben Weiß, Rot und Grün veranstalten -- also zum Beispiel Spagetti mit Tomatensauce und Spinat. Wir hatten einfach Canapees und haben Lieder gesungen und gespielt, bevor die Kinder, immer noch aufgeregt, aber müde ins Bett krabbelten. Nicht ohne sich vorher noch Sorgen zu machen, dass wir ja das Feuer im Kamin anständig löschen müssten, damit Santa sich nicht seinen Allerwertesten verbrennt. Aber der kam dann.
Dank wunderbar funktionierender Zusammenarbeit deutscher und amerikanischer Santakläuse türmten sich die Präsente unterm Baum. Santa Claus hatte uns sogar noch einen echten Brief geschrieben, in dem er von seinem Elfen Albie erzählte, der in Himmelpfort geboren wurde und ihm nun bei der Bearbeitung deutscher Wunschzettel hilft. Er wünschte den Kindern ein gutes Neues Jahr in diesem für sie immer noch fremden Land. Früh um sieben interessierte das die Bagage herzlich wenig, zumal sie schon fertig angezogen auf dem Treppenabsatz hockte und nicht abwarten konnte, bis unsere Wunderheizung die Bude warm hatte.
Dann ging das große Auspacken los, wobei Lotti die Qualitäten eines echten Ostkindes zeigte und mir die wenig zerrissenen Papiere rüberreichte, zum Wiederverwenden. Moritz ist da schon ergebnisorientierter und entwickelte eine sehr effiziente Methode von auswickeln, anschauen und kurz ausprobieren, bevor er das nächste in die Hand nahm.
Wir Großen konnten dabei ganz relaxt zuschauen, wie sich das Wohnzimmer in ein Schnipselmeer verwandelte, das die Reste von Weihnachtskeksen vom Vortag unter sich begrub.
Nun folgten zwei recht ruhige Tage, denn die Spielzeuge mussten ausprobiert, aufgebaut und einsortiert werden. Moritz fuhr schätzungsweise tausend Rennen mit Lightning McQueen, King und Hudson Hornet auf seinem Rennteppich. Lotti kleidete Tierarzt-Barbie mehrmals um und verklebte alle Playmobil-Tierpflaster auf ihre Reiterhof-Pferde. Wir hatten zwei leckere Weihnachtsessen: Rouladen aus Michas Weihnachtsgeschenk, dem Slow Cooker und -- natürlich -- eine Ente. Zum Speckantrainieren gings nachmittags zum Rodeln. Micha und ich haben uns vor allem über die schönen Karten, EMails und Päckchen gefreut -- alles Zeichen, dass an uns gedacht wird, obwohl wir soweit weg sind -- und das ist das wohl schönste Geschenk für uns!

