Wir sind jetzt mitten im Advent. Nun liegt Schnee, die Heizung bullert sich heiß und wir erkunden, was das winterliche New Hampshire alles zu bieten hat. Tatsächlich gibt es hier ja unheimlich viele Community-Events in den Gemeindehäusern. Viele Amerikaner sind in ihren Kommunen freiwillig engagiert, geben Kurse oder organisieren irgendwelche Feste. Auch Geldspenden sind sehr beliebt -- jedes Museum, jede Schule, Parkbänke, Bäume oder Fußwegsteine werden bedacht. Vielleicht sind auch deshalb die Steuern eher niedrig, weil viele Amerikaner lieber selbst entscheiden wollen, wo ihr Geld hingeht. Sie sind sich sehr bewusst, wie viel sie selbst für ein schönes Leben in ihren Gemeinden geben können und das tun sie mit Begeisterung, auch weil der Staat sich traditionell eher raushält. Eines dieser Ereignisse ist das alljährliche Gingerbreadfestival in Norwich/Vermont, also "drüben" am anderen Ufer des Connecticut Rivers.
Hunderte strömen da hin, um selbstdekorierte Pfefferkuchenhäuser zu bewundern und auch zu ersteigern, damit wieder Geld in die Vereinskassen kommt. Die Pfefferkuchenkreationen wurden alle von Familien aus der Umgebung gebastelt und gespendet. Natürlich bergen auch diese zuckersüßen Häuschen große Gefahren, auf die mit kleinen Schildern hingewiesen werden muss -- z.B. May contain nuts. (grusel).
Im Untergeschoss gab es große Kinderbespaßung, mit Lebkuchenverzierung, Kinderschminken, Märchenstunde und Basteln. Wobei die selbstgemachten Lebkuchenkunstwerke nicht lange Bestand hatten, sie sahen einfach zu lecker aus.
Man konnte auch Lose kaufen, um eine professionelle Pfefferkuchenhausdekorationsbegleitung zu gewinnen, von einer Dame, die einer Zuckerstange nicht unähnlich war, nur massiver.
Und alle Häuser, Kirchen, sogar Seilbahnen und Schlösschen sahen tatsächlich zum Anbeißen aus. Da macht es doch mal Sinn, dass es hier so viel knallbuntes, ungesund aussehendes Zuckerwerk zu kaufen gibt.
Wir haben keines ersteigert, wir machen lieber unser eigenes -- zu sehen demnächst auf diesen Internetseiten!

