Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Moritz und das Baby

[Kommentieren] [link] [raw]
Mi, 30 Dez 2009

Heute war die Lotti mit einer Freundin zum Ausprobieren der neuen Spielzeuge verabredet und Moritz und ich mal wieder allein. Weil die Sonne so schön schien, sind wir spazieren gegangen -- oft bringen wir einfach Briefe zum Briefkasten und Bücher in die Bibliothek zurück. Moritz erkletterte natürlich jeden Schneehaufen auf dem Weg.

/pics/MoritzBabySchneehaufenDec09.jpg

Diesmal war ich ganz froh, dass uns niemand verstehen kann. Moritz wird von uns auch liebevoll Hähnchen oder Rooster genannt, denn er spricht immer noch sehr laut. Dies wird verstärkt, wenn er eine warme Mütze über den Ohren hat. Und heute mussten wir uns vornehmlich über Gebärmütter, Geburtskanäle, Nabelschnüre und Krankenhäuser unterhalten. Denn Moritz hört momentan am liebsten ein Hörspiel mit dem Titel "Wo die kleinen Kinder herkommen" -- sehr zu empfehlen für alle, die zu ihrem Kleinen noch eins erwarten. Allerdings sollte das Geschwisterchen schon so drei oder vier Jahre alt sein. Wie unser Moritz...

/pics/MoritzBabyGreenDec09.jpg

Der krähte also auf dem Green und in der Mainstreet was von miteinander schlafen und Samenzellen, die sich Eizellen zum Befruchten suchen. Und warum im Hörspiel davon gesprochen wird, dass wenn die beiden Keimzellen miteinander verschmelzen, 1 plus 1 gleich 1 ist -- wo doch sogar Moritz schon weiß, dass 1 und 1 gleich 2 ist! Kinderköpfe sind ja so agil. Wir hatten viel Zeit zum Reden, denn die Mama konte heute nicht sehr schnell laufen, zumal wir beide gut eingepackt waren.

/pics/MoritzBabyMamaDec09.jpg

Für die Stiefel bekomme ich übrigens ständig Komplimente: I love your boots! -- die sind aus Russland, eigentlich hatte meine Freundin Yuliya diese bei ihrer Schwiegermutter bestellt, nur leider passten sie dann nicht, dafür aber mir! Ich lächle immer zurück, wenn einer meine Stiefel schick findet und stelle mich dumm, wenn ein Gespräch über das Material beginnt und wie toll der Kunstpelz nachgemacht ist...

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Schneeland

[Kommentieren] [link] [raw]
Di, 29 Dez 2009

Es hat wieder geschneit und als wir heute durch die Stadt gingen, war niemand da. Es ist richtig friedlich.

/pics/WinterGreenDec09.jpg

Alle Studenten sind über die Ferien nach Hause gefahren. Manche College-Mitarbeiter sind ins Warme geflohen. Micha bleibt zu Hause. Wohnheime und Institute liegen verlassen, im Café bekommt man einen Sitzplatz.

/pics/WinterCollegeDec09.jpg

Wir verbringen die Tage mit faulenzen, malen oder fernsehen oder besuchen Freunde. Natürlich waren wir auch schon rodeln, aber die letzten Tage war es zu warm und zu nass dafür. Schule und KiTa sind bis zum 4. Januar geschlossen.

/pics/WinterSchulbusDec09.jpg

Heute haben wir Briefe und Karten beantwortet und waren in der Bibliothek. Ich will jetzt endlich unsere Meiner-Sommertour planen und habe diverse Reiseführer ausgeliehen. Wir wollen eine Tour machen, eventuell im Wohnmobil. Micha möchte Zug Fahren, vielleicht mit der Grand-Canyon-Bahn, ich möchte echte Büffel sehen und die Kinder wollen Cowboys, Wüste und an den Strand -- eine gute Mischung. Heute haben wir aber nur Schnee gesehen und vereinzelte Eichhörnchen auf Futtersuche.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Wir hams durchgezogen: Geschenke erst am 25. Dezember morgens! Und es hat tatsächlich einige Vorteile, nicht alles auf einen Tag zu legen. Der 24. Dezember war für uns ein entspannter Tag.

/pics/WeihnachtenWirDec09.jpg

Die Kinder waren aber sehr aufgeregt. Am Nachmittag haben wir den "Polarexpress" angesehen, um schließlich alles über amerikanische Weihnachten zu erfahren -- und das war gut, denn wir wussten noch nicht, dass wir Santa Claus ein Glas Milch und Kekse hinzustellen haben. Wir wussten aber zum Beispiel, dass viele Familien am Christmas Eve, also am Abend des 24., ein Essen in den Weihnachtsfarben Weiß, Rot und Grün veranstalten -- also zum Beispiel Spagetti mit Tomatensauce und Spinat. Wir hatten einfach Canapees und haben Lieder gesungen und gespielt, bevor die Kinder, immer noch aufgeregt, aber müde ins Bett krabbelten. Nicht ohne sich vorher noch Sorgen zu machen, dass wir ja das Feuer im Kamin anständig löschen müssten, damit Santa sich nicht seinen Allerwertesten verbrennt. Aber der kam dann.

/pics/WeihnachtenGeschenkeDec09.jpg

Dank wunderbar funktionierender Zusammenarbeit deutscher und amerikanischer Santakläuse türmten sich die Präsente unterm Baum. Santa Claus hatte uns sogar noch einen echten Brief geschrieben, in dem er von seinem Elfen Albie erzählte, der in Himmelpfort geboren wurde und ihm nun bei der Bearbeitung deutscher Wunschzettel hilft. Er wünschte den Kindern ein gutes Neues Jahr in diesem für sie immer noch fremden Land. Früh um sieben interessierte das die Bagage herzlich wenig, zumal sie schon fertig angezogen auf dem Treppenabsatz hockte und nicht abwarten konnte, bis unsere Wunderheizung die Bude warm hatte.

/pics/WeihnachtenKinderTreppeDec09.jpg

Dann ging das große Auspacken los, wobei Lotti die Qualitäten eines echten Ostkindes zeigte und mir die wenig zerrissenen Papiere rüberreichte, zum Wiederverwenden. Moritz ist da schon ergebnisorientierter und entwickelte eine sehr effiziente Methode von auswickeln, anschauen und kurz ausprobieren, bevor er das nächste in die Hand nahm.

/pics/WeihnachtenLottiDec09.jpg /pics/WeihnachtenIggyDec09.jpg

Wir Großen konnten dabei ganz relaxt zuschauen, wie sich das Wohnzimmer in ein Schnipselmeer verwandelte, das die Reste von Weihnachtskeksen vom Vortag unter sich begrub.

/pics/WeihnachtenAuspackenDec09.jpg

Nun folgten zwei recht ruhige Tage, denn die Spielzeuge mussten ausprobiert, aufgebaut und einsortiert werden. Moritz fuhr schätzungsweise tausend Rennen mit Lightning McQueen, King und Hudson Hornet auf seinem Rennteppich. Lotti kleidete Tierarzt-Barbie mehrmals um und verklebte alle Playmobil-Tierpflaster auf ihre Reiterhof-Pferde. Wir hatten zwei leckere Weihnachtsessen: Rouladen aus Michas Weihnachtsgeschenk, dem Slow Cooker und -- natürlich -- eine Ente. Zum Speckantrainieren gings nachmittags zum Rodeln. Micha und ich haben uns vor allem über die schönen Karten, EMails und Päckchen gefreut -- alles Zeichen, dass an uns gedacht wird, obwohl wir soweit weg sind -- und das ist das wohl schönste Geschenk für uns!

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Wir haben lange mit uns gerungen. Aber weil uns aus fast jedem Haus schon ein schimmernder Weihnachtsbaum entgegenleuchtet, haben wir den unseren auch schon gekauft. Weil es hier so viele Bäume gibt, sind sie auch nicht sehr teuer. Dafür hat man keine Auswahl zwischen Nordmanntanne oder Kiefer und Co., sondern einfach nur: Baum. Und als er schonmal auf unserer Terrasse stand, haben wir ihn auch gleich reingeholt und geschmückt.

/pics/BaumSchmueckenDec09.jpg

Im Prinzip ja clever, so hat man länger was von dem Baum, als wenn man ihn traditionell am 24.12. schmückt. Abgesehen davon, dass an diesem Tag schon genug los ist. Aber ein bißchen schlechtes Gewissen bleibt... Jedenfalls haben wir uns gegen den klassisch-amerikanischen Christmas-tree entschieden, der mit Glitterketten und Millionen von Lämpchen geschmückt ist. Schöne Kugeln und Lichterkette -- das ist alles. Wer jetzt meint, wir haben dabei besinnliche Weihnachtslieder gehört, der irrt -- die Kinder haben sich heiß und innig gewünscht, Peter Fox' "Stadtaffe" zu hören -- also gut, der Baum hat's überlebt, auch wenn zwischendurch gehüpft werden musste.

/pics/BaumTanzenDec09.jpg

Nebenbei hat Micha enthüllt, dass er einfarbige Bäume schöner finde als unseren knallbunten Baum mit den farbig bezogenen IKEA-Tischtenniskugeln von daheim. Also ist dieser Baum ganz in Silber und Weiß und Lotti meinte dazu: wie draußen im Winterwald.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Gingerbread heißen die beliebtesten Weihnachtsplätzchen hier. Vergleichbar mit unseren Pfefferkuchen, würzig und dunkel gebacken und mit ebenso vielen verschiedenen Gewürzen -- aber wie Ihr Euch denken könnt, gibt es dafür auch Fertigbackmischungen. Und eine ebensolche haben wir gekauft und dazu aber noch Butterplätzchen selbstgemacht.

/pics/KekseBlechDec09.jpg

Der Herd tat seinen Dienst und heizte unsere kleine Küche schön auf, ein netter Nebeneffekt, denn am Wochenende wurde es nicht wärmer als -9 Grad. Da braucht es gerade Plätzchen zum Herz wärmen. Hier gibt es ja wirklich alles fertig und so hatten wir die Auswahl zwischen Zuckerguss aus der Spraydose oder aus der Spritzverpackung. Das macht sich ziemlich gut, auch wenn Puderzucker-Zitronensaft-Guss noch besser schmeckt. Aber mit Kindern zu backen, ist ja Herausforderung genug.

/pics/KekseBackenDec09.jpg

Und weil man sich das am besten nur einmal antun möchte, stand ich drei Stunden in der Küche, lange nachdem die kleinen Bäcker schon keine Lust mehr hatten und am Ende hatten wir zwei große Dosen Plätzchen, die wir gleich mit usneren Freunden geteilt haben. Man beachte die schönen Ausstechformen, die wir hier haben -- alle möglichen Schneeflockenformen gehören dazu. So, jetzt kann Weihnachten wirklich kommen!

/pics/KekseSchuesselDec09.jpg
[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Painting the sky

[Kommentieren] [link] [raw]
So, 20 Dez 2009

Man soll seine Kinder ja nie überschätzen, aber auch nie unterschätzen. Als wir am Freitag zu Charlottes Weihnachtsfeier in die Schule gingen, war schon angekündigt, dass die Kinder Bilder zeigen und eigene Gedichte vortragen würden. Es ging um den Abschluss des naturwissenschaftlichen Komplexes über die Tageszeiten und Himmelsbeobachtungen. Damit haben sich die Kinder umfassend wissenschaftlich, aber auch künstlerisch beschäftigt und Bilder gemalt und kleine Gedichte aus ihren Beobachtungen geschrieben. Und dann zeigte sich, dass sie dies alles vor der ganzen Klasse und den Eltern mit Mikrofon aufführen müssten. Und da dachte ich kurz: au Backe.

Aber dann kam unsere Lotti dran und stellte sich selber vor, las perfekt ihre Zeilen und zeigte ihre Bilder -- ohne Stocken und mit echt amerikanischem Akzent (den ihr wohl niemand wieder abgewöhnen wird). Da waren wir doch sehr beeindruckt.

Play video

Und hier die Bilder und Gedichte nebst Übersetzungen:

/pics/TheSkyDaytimeDec09.jpg

Daytime

The sun is drinking lemon juice. The sky is as blue as my father's eyes, with clouds flying by the sun.

Tag

Die Sonne trinkt Zitronensaft. Der Himmel ist so blau wie meines Vaters Augen, mit Wolken, die mit der Sonne fliegen.

/pics/TheSkySunsetDec09.jpg

Sunset

The sun looks like a fire falling asleep in the cold mountains. The orange sky is over the clouds quiet shadow.

Sonnenuntergang

Die Sonne sieht aus wie Feuer, das in den kalten Bergen einschläft. Der orangene Himmel wölbt sich über den stillen Schatten der Wolken.

/pics/TheSkyTwilightDec09.jpg

Twilight

The sun is behind the mountain, hidden from me. The midnight sky is patched with pink.

Dämmerung

Die Sonne ist hinter den Bergen, vor mir verborgen. Der nächtliche Himmel ist violett gesprenkelt.

/pics/TheSkyNighttimeDec09.jpg

Night

The sun is hiding below the mountains, sleeping under the stars. The sky is sad and grey because the sun has gone away.

Nacht

Die Sonne versteckt sich hinter den Bergen, schlafend unter Sternen. Der Himmel ist traurig und grau, denn die Sonne ist gegangen.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Der Bauch ist rund

[Kommentieren] [link] [raw]
Sa, 19 Dez 2009

... und das Spiel dauert neun Monate, Verlängerung kaum möglich. Nun ist die Halbzeit schon vorbei und Anfang März ist Termin. Zeit für eine Zwischenbilanz: Mir gehts gut. Die ersten drei Monate waren, wie schon bei Moritz auch, keine so schöne Zeit. Das lag aber sicher auch am Umzugsstress. Dann beruhigte sich alles und seit der Bauch wächst, treffen auf mich alle gängigen (positiven) Eigenschaften einer Schwangeren zu.

/pics/BauchDec09.jpg

Erstens werde ich immer schöner und die Leute freuen sich an meinem Anblick. Zweitens fällt mir das natürlich weniger auf, denn ich bin mit zwickenden Klamotten und häufigen Toilettengängen beschäftigt. Außer einer Extra-Blutuntersuchung aufgrund gewisser Begebenheiten bei den anderen beiden Geburten, ist diese Schwangerschaft so normal wie ein Wunder eben sein kann. Die Hebammen im Krankenhaus sind sehr zufrieden mit mir -- und IHM: seine Herztöne sind jedes Mal gut und er ist unheimlich vital, was darauf hoffen lässt, dass er seinen Platz neben seinen lebendigen Geschwistern behaupten wird.

/pics/BauchKinderDec09.jpg

Langsam sickert ins Bewusstsein, dass sich unser Leben nach diesem turbulenten Jahr 2009 bald schon wieder drastisch ändern wird. Wenn nämlich dieser kleine, hoffentlich gesunde Mensch zu uns gehören und unsere Familie komplettieren wird. Micha und ich lassen noch verschiedene Vornamen kreisen -- wir werden wohl so entscheiden wie immer: Charlotte sah eben aus wie eine Charlotte und nicht wie eine Emma, und Moritz war eindeutig ein Moritz und kein Henry -- man sieht es ihnen einfach an, wer sie sind. Bis dahin muss aber noch ein Winter überstanden werden. Da wir im Land der unbegrenzten Übergrößen leben, ist es gar nicht nötig, sich teure Umstandswintersachen zu kaufen -- man nimmt einfach die nächste XXL, die so rumhängt und zahlt die Hälfte.

/pics/BauchJackeDec09.jpg

Der Nestbautrieb stellt sich ein. Wir haben schon die erste Riesentüte Babysachen bekommen, es folgt noch mehr und auch ein Babybettchen bekommen wir. Am Kinderwagen wollen wir nicht sparen und ich möchte eine Babytrage haben, um auch mit dem Zwerg durch den Wald kraxeln zu können. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kann es bestimmt so turbulent weitergehen wie bisher -- immerhin steht schon im April eine interessante Konferenz in Kanada an und da wollen wir hin, mit vier deutschen und einem amerikanischen Pass (erstmal).

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Money, Money

[Kommentieren] [link] [raw]
Fr, 18 Dez 2009

Nun ist es doch ein bißchen knapp geworden. Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke, Winterutensilien und vor allem unvorhersehbare Strom- und Ölrechnungen setzen uns ein wenig zu. Wieder etwas, das wir lernen -- und in Chronistenpflicht festhalten müssen.

/pics/Money1Dec09.jpg

Da unsere Heizung mit Öl funktioniert, haben wir einen Tank im Keller. Im Sommer wurde der natürlich nicht benötigt und wir hatten keine Kosten. Nun müssen wir heizen und können den Ölverbrauch bisher nicht wirklich abschätzen. Einmal im Monat kommt der große Öllaster vorbei und die Kollegen schauen nach, wieviel wir verbraucht haben und füllen den Tank auf. Der Preis pro Gallon ist bisher stabil geblieben, doch unsere Rechnung wurde von Oktober zu November zu Dezember natürlich immer höher.

/pics/Money2Dec09.jpg

Nur leider wächst Michas Gehalt nicht mit. Aber kein Grund zur Sorge -- die Uni hat sich bereit erklärt, unseren Flug im Sommer in die USA zu bezahlen und so kommt hoffentlich bald ein warmer Regen in diese kalte Winterzeit. Außerdem hatten wir von vornherein damit gerechnet, Extrakosten wie Geschenke und Urlaub aus Spargeld zu bezahlen. Also alles im grünen Bereich!

/pics/Money3Dec09.jpg

Es ist schon eine Umstellung, mit nur einem Einkommen rechnen zu müssen. Und obwohl ich ja einige Beiträge zum Thema gemacht habe, ist es anders, wenn es einen selbst betrifft. Dabei sind wir nicht arm! Von dem Geld, das uns für variable Kosten im Monat bleibt, gehen schon mal 600 für Lebensmittel drauf -- die sind etwas teurer als in Deutschland. Dafür tanke ich unseren 20-Gallon-Autotank (fast 80 l) dank Rabattkarte zweimal im Monat für jeweils 30 Dollar voll! Dazu kommen noch Strom-, Öl- und Telefonrechnung. Klamotten und Spielzeuge sind hier aber so dermaßen billig, wenn man wie ich immer noch in Euro umrechnet -- Beispiel: eine "Tierarzt-Barbie" kostet in Deutschland 35 Euro und hier umgerechnet 20 Euro -- da hab ich es vielleicht etwas übertrieben. ABER uns war ja klar: es wird eine interessante Erfahrung, auf jeden Fall eine Investition und kein Gewinngeschäft, hier für zwei Jahre zu leben.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Kalt, kalt, kalt

[Kommentieren] [link] [raw]
Do, 17 Dez 2009

heute ist der kälteste Tag bisher: heute morgen -17 Grad und den ganzen Tag wird es trotz Sonnenschein nicht wärmer als -9 Grad. Huhhuuhhuuu -- aber schön! Und wir hatten heute früh Besuch: in den Bäumen hinter unserem Haus suchten vier Rehe nach Futter.

/pics/KaltReheDec09.jpg
[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.
/pics/RodelnKinderDec09.jpg

Naja, ohne Pferd, aber immerhin amerikanisch: unser neuer Plasteschlitten. Den haben wir bei schönstem Sonnenschein auch endlich ausprobiert -- auf dem Golfplatz, der nun ein Rodel- und Skiparadies ist.

/pics/RodelnGolfplatzDec09.jpg

Da ganz unten ist das Ende der ersten Rodelpartie. Weil wir Sonntag morgen da waren und es knackige -9 Grad kalt war, hatten wir die Berge ganz für uns. Der Weg nach oben ist natürlich dementsprechend weit und anstrengend.

/pics/RodelnBergDec09.jpg

Aber umso schöner ist dann die Abfahrt. Aber nur auf den Strecken, wo der Schnee schon fest und platt gedrückt ist, denn sonst versinkt man in zentimetertiefen Pulverschnee, der vor dem flachen Schlitten aufwirbelt und den Vorne-Sitzenden überzuckert.

/pics/RodelnAlleDec09.jpg

Nach diesem Härtetest sind wir nun sicher, die richtigen, schneefesten Klamotten gekauft zu haben -- alle sind warm geblieben, Micha war es in Jacke und Pullover sogar etwas zu warm. Aber bei den Temperaturen geht ja noch was, Ende der Woche erwarten wir -20 Grad nachts. Dann wird auch der Occom-Pond richtig zufrieren und Lotti kann sich auf ihren Schlittschuhen versuchen. Dafür ist sie umso mehr gerodelt -- rauf gerannt und runtergefahren -- und dann war sie einfach nur fertig.

/pics/RodelnKaputtDec09.jpg
[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Drive-Thru-Bankomat

[Kommentieren] [link] [raw]
Mi, 16 Dez 2009

Noch eine tolle Erfindung, die uns das Leben eindeutig leichter macht, Parkmünzen spart und Treppensteigen vermeidet ist der Fahrdurch-Bankomat.

/pics/DrivethruAutomatNov09.jpg

Hier fährt man wie bei McDonalds einfach mit dem Auto ans Haus heran. Es fühlt sich schon ein bißchen wie "Ich hätte gern eine Juniortüte!" an, ist aber doch ziemlich nett, wenn man wie wir eine Bank mit Automat mitten in der Stadt und ohne Parkplätze hat. Parkhaus-geübte Benutzer kennen den Abstand, den das Auto zur Wand haben haben muss. Dann einfach Karte rein, PIN und Geld rausnehmen.

/pics/DrivethruAutomat2Nov09.jpg

Tatsächlich brauchen wir immer mal wieder Bargeld, weil wir uns weigern, mit Schecks zu bezahlen. Also bekommen zum Beispiel die Schulkantine und alle diejenigen Bargeld, die sich wiederum weigern, fortschrittliche Überweisungen oder Daueraufträge anzunehmen. Man kann aber seine Bank auch online beauftragen, einen Scheck zu verschicken -- zum Beispiel an die Energieversorger, die es gerne haben, wenn ein Papierscheck bei ihnen eintrudelt, den dann ein Bearbeiter wieder digitalisieren und zur eigenen Bank schicken muss, um endlich an unser Geld zu kommen.

/pics/DrivethruMailboxDec09.jpg

Selbstverständlich gibt es auch Briefkästen zum Heranfahren! Aber hier hätten sie auch ein Dach drüber bauen können -- wenn es regnet, wird einem der Handrücken doch ziemlich feucht, also wirklich.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Lottis Party

[Kommentieren] [link] [raw]
Di, 15 Dez 2009

Man wird ja nicht jeden Tag 8 Jahre alt und deshalb gehört eine richtige Feier schon dazu. Charlotte hat dazu ihre drei neuen besten Freudinnnen aus der Schule eingeladen: Lucy, Peiper und Pepper. Alle drei kamen am Samstag nachmittag, brachten gute Laune, kleine Geschenke und Hausschuhe mit. Es gab einen richtigen Geburtstags(klunker)kuchen und als Lotti alle Kerzen ausgeblasen hatte, wurde applaudiert.

/pics/LottiPartyKerzenDec09.jpg

Nachdem jede der zarten Damen einen Riesenstück Kuchen verdrückt hatte, ging es noch raus in den Schnee. Micha gab es schnell auf, ein Spiel zu organisieren und man beschränkte sich auf Kreischen und mit Schnee werfen.

/pics/LottiPartyOutdoorDec09.jpg

Nachdem sich alle ausgepowert hatten, fiel es leichter, zu basteln. Dabei konnte jedes Girl ein Püppchen basteln, was sich aber als schwieriger erwies als angenommen. Merke: Altersangaben auf Bastelspielzeugen beruhen nicht unbedingt auf der Realität. Jedenfalls mussten wir Erwachsenen ständig beim Kleben, Haareflechten, Kleidchen befestigen, Glitzerpuder streuen und Pailettenhalsketten flechten helfen und es dauerte zwei Stunden bis jede ihre Ballerina, Seejungfrau oder Fee in Händen halten konnte.

/pics/LottiPartyBastelnDec09.jpg

Die folgende Pizza wurde dankbar angenommen und schnell aufgegessen und dann nochmal so richtig aufgedreht wurde. Glücklicherweise schluckt der Schnee ja viele Geräusche und so wurde kein Safety-&-Security-Fahrzeug darauf aufmerksam, dass im Obergeschoss unseres Hauses offensichtlich der Teufel los war.

/pics/LottiPartyCrazyDec09.jpg

Trotzdem muss man sagen, dass die Mädels allesamt unheimlich gut erzogen, und auch untereinander sehr freundlich und zuvorkommend waren. Wie schön, dass unser Wirbelwind solche Freundinnen gefunden hat und hoffentlich hat es ihnen auf der German-Geburtstagsfeier gefallen. Jetzt müssen wir noch herausfinden, ob wir Dankeskarten schreiben müssen, denn anscheinend ist das hier so üblich...

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Der Schneemann

[Kommentieren] [link] [raw]
Mo, 14 Dez 2009

Nachts sind es jetzt schon -14 Grad und der Schnee liegt fast einen Meter hoch. Oben drauf ist er hart und harsch. Weil es aber so kalt ist, kleben die Schneekristalle nicht zusammen und er ist pulverig und glitzert ganz wunderbar. Nur einen Schneemann kann man damit nicht wirklich bauen -- außer man ist entsprechend ausgerüstet.

/pics/SnowmanHausDec09.jpg

Natürlich überlässt Micha nichts dem Zufall und weil eine Grundidee Amerikas darin besteht, sich alles so einfach wie möglich zu machen, gibt es natürlich auch Building-a-Snowman-Hilfsmittel. Eines davon wurde zusammen mit Schlitten, Schippen und Schneebausteinformen gekauft und half nun dabei, unseren Schneemann zu errichten. Es ist eine starke grüne Plastefolie, die hingestellt eine Form für den Schnee abgibt und ihn zusammenhält. Allerdings ersetzt sie natürlich nicht die fleißigen Schipper und Schlepper.

/pics/SnowmanWorkersDec09.jpg

Nach wenigen Minuten sahen alle ein bißchen wie Schneemänner aus -- speziell unser kleiner Schneemann hatte mit seiner Schneeschippe im Schnee richtig viel Spaß.

/pics/SnowmanIggyDec09.jpg

Nach einer halben Stunde mussten noch Steine und Stöckchen und Hut für den Schneemann gesucht werden, der jetzt vor unserem Haus Wache steht und die Straße hinabschaut. Das gesamte Kollektiv war sehr zufrieden mit seiner schweren Arbeit und konnte nun abrücken, um sich in der Badewanne aufzuwärmen. Mal sehen, wie lange unser Schneemann steht -- schon einen Tag später war sein schöner Topf-Hut komplett zugeschneit.

/pics/SnowmanTeamDec09.jpg

Was wir zu dieser Stunde nicht wussten: auf diesem Bild sind nicht nur dick eingepackte Schneemannerbauer zu sehen, sondern auch ein frischgebackener Onkel, eine Cousine und ein Cousin, während eine neue Tante das Foto machte! Wir haben nämlich Nachwuchs bekommen -- in Deutschland wurde uns ein Kind geboren, eine Nichte -- am 12.12.2009 und sie heißt Lina-Marie. Möge sie so schön werden wie die Mutter und so schlau wie der Vater oder umgekehrt, beides ist prima.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Weihnachtskonzert

[Kommentieren] [link] [raw]
Fr, 11 Dez 2009

Freitag war es endlich soweit: das große Weihnachtskonzert der Vorschule, 1. und 2. Klasse der Ray School wurde aufgeführt. Es war kaum ein Parkplatz zu bekommen, die Turnhalle war total voll mit Eltern, Großeltern, Geschwistern. Auch unsere Lotti kam mit ihrer Klasse und nahm auf einer Tribüne Platz.

/pics/ChristmasConcertKlasseDec09.jpg

Die vier Weihnachtslieder hatte sie schon zu Hause ständig geübt. Darunter ein jüdisches Chanukka-Lied, das uns gleich ein Buch aus der Bibliothek holen und nachschlagen ließ. Es war eine sehr schöne Mischung: Jüdisches Lied, Weihnachtsvorfreudelied, Schneelied und ein Weihnachtsschmücklied -- auf dem Programm konnte man die Texte nachlesen und mitsingen. Aber die meisten waren wohl mit fotografieren und filmen beschäftigt.

/pics/ChristmasConcertSingenDec09.jpg

Das war schon schön, so viele Kinder singen zu hören! Lotti hat eine so schöne Stimme und hoffentlich kommen wir noch in den Genuss eines Privatkonzertes!

Nachschlag:

Und hier kommt die Amateuraufnahme von "Tick-Tock". Charlotte ist ungefähr in der Mitte der zweit-obersten Reihe -- mit zwei Zöpfen ;-)

Play video
[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Das Flugwesen hat uns hierher gebracht und seitdem haben wir viel erzählt. Viele haben gefragt, ob sie nicht auch mal dürfen -- klar doch, Genossen Bauern.

Seit gerade eben hat unser kleiner Blog eine Kommentarfunktion. Durch klicken auf den Kommentar-Link oben neben dem Titel eines jeden Eintrags (oder auch mit dem Link darunter) kommt ihr ritsch-ratsch zu den Kommentaren.

Noch ist alles in der Test-Phase, aber es entwickelt sich, das Kommentarwesen. Jeder kann Kommentare abgeben, auch ohne vorherige Anmeldung. Nur Javascript muss aktiviert sein -- aber das haben ja eh alle, ausser die Paranoiden (nicht wahr, Rosi?).

Wer das jetzt gar nicht mag, kann auch weiter E-Mails schreiben.

Viel Spass!

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Snow Day

[Kommentieren] [link] [raw]
Do, 10 Dez 2009
/pics/SnowDaySchneeflockenDec09.jpg

Das kam doch schneller als erwartet: Dienstag Nacht kam der erste Schnesturm über uns. Wir hatten schon im Laufe des Tages die Mail vom Kindergarten bekommen, dass wir unbedingt am folgenden Morgen Radio hören oder das Internet checken sollten -- und tatsächlich: wegen Schneesturmwarnung auch für Mittwoch blieb die Schule geschlossen und die KiTa öffnete später.

Dear Families, DCCCC will open at 9 today as the Hanover schools are closed. It looks as though the weather will be worse at the end of the day. Stay warm, Susan

Und das betraf den ganzen Nordosten der USA -- das Wetterradar-Bild von Mittwoch Morgen.

/pics/SnowDayRadarDec09.jpg

Die Straßen und Häuser waren komplett verschneit. Die Schneepflüge hatten zu tun, die Hauptstraßen frei zu schieben. Da blieb unsere kleine Straße natürlich unter Schnee und Menschen ließen sich nicht blicken.

/pics/SnowDayBalchstreetDec09.jpg

Aber wir haben uns nicht abhalten lassen, denn es war mit -2 Grad gar nicht kalt. Also eingepackt und endlich eine Gelegenheit, die Hightech-Stiefel auszuprobieren. Auf gings zu einem Spaziergang durchs verschneite Hanover hin zur Howls Library.

/pics/SnowDayWegDec09.jpg

In der Bibliothek wird viel für Kinder angeboten, gerade jetzt in der Winterzeit gibt es ständig Vorlesestunden, Buchvorstellungen, Bastelzeiten etc. pp. für jedes Alter. Und da ich mit Moritz zwei Tage die Woche zu Hause bin, gehen wir da gerne mal hin. Diesen Mittwoch waren wir aber die einzigen, die zur Storytime kamen. Also gab es eine Privatvorstellung nur für uns.

/pics/SnowDayBiboDec09.jpg

Nachdem wir uns dann durch anhaltenden Schneefall nach Hause gekämpft und bewundernde Blicke einsamer Spaziergänger geerntet haben, hörte es nach dem Mittagessen auf zu schneien. Und da waren die Kinder nicht mehr zu halten: mit Schneeschaufeln ausgerüstet erklommen sie die Schneehügel hinterm Haus.

/pics/SnowDayKinderDec09.jpg

Hoffentlich bleibt es noch eine Weile so, aber für nächste Woche sind schon -10 Grad angesagt. Und dann wurde es schon dunkel und es gab heißen Kakao.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Mittlerweile gibt es ja etliche Nachahmer in Deutschland -- ich lege jedem nahe, in den nächsten Wochen regelmäßig DaZ beim MDR zu sehen, um den entsprechenden Film nicht zu verpassen: die krasseste Weihnachtsbeleuchtung im Sendegebiet! Aber die USA sind doch das Mutterland der Christmas-Illumination, schon weil die Strompreise lächerlich sind. Und auch hier in Hanover ist es losgegangen. Allerdings leben wir hier in einem eher diskreten, vornehmen Teil der USA und entsprechend stilvoll ist auch die Illumination.

/pics/IlluminatedGartenDec09.jpg

Allerdings steht dafür nicht der Papa auf der Gartenleiter, sondern es werden Dekorateure und Gartenbaufirmen engagiert, die stundenlang endlose Lichterketten um einzelne Zweige der Bäume winden. Per Zeitschaltuhr erstrahlt der Garten nebst Girlanden und Kränzen bei Einbruch der Dunkelheit. Ein bißchen warten wir auf Konkurrenzbeleuchter, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen. Auf dem Green im Zentrum Hanovers steht natürlich auch ein Weihnachtsbaum. Der wurde Anfang Dezember mit einem Festakt und Musik zum Leuchten gebracht.

/pics/IlluminatedBaumDec09.jpg

Auuch die Bäume der Mainstreet sind erleuchtet, um den Einkaufsbummel zu versüßen. Ab 16.30 Uhr ist es hier dunkel und es wird binnen Minuten dunkel. Wer sich das mal live ansehen möchte, der klicke hier und steuere verschiedene Webcams -- und zur Erinnerung: der Weihnachtsbaum strahlt ab 23.o0 Uhr deutscher Zeit.

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Hier im Land der unbegrenzten Ressourcen ist Elektrizität ja sehr billig. Eine Kilowattstunde kostet ca. vier EuroCent, was viele Amerikaner dazu veranlasst, Lichter durchgängig brennen zu lassen und uralte Kühlschränke, stromvernichtende Klimaanlagen und Wäschetrockner zu betreiben.

/pics/StromAmericaDec09.jpg

Eine unserer ersten Amtshandlungen war es, Stromsparlampen zu kaufen. Da sind wir absolut innovativ, wie uns ein Verkäufer versicherte. Wir machen alles so wie zu Hause, doch auch wir werden nun Opfer unberechenbarer Stromfresser, die in unserem Haushalt leben. Natürlich haben wir einen Wäschetrockner und betreiben ihn auch, zumal jetzt im Winter. Allerdings ist es common sense, selbst im Sommer keine Wäscheleine zu spannen. Erstens weil sich die wöchentlichen Rasenmäher dann verheddern könnten und es gibt einen zweiten, geheimen, aber anerkannten Grund: Wäscheleinen versauen die Gegend und sind außerdem indiskret. Entweder man will allen zwanghaft seine Unterwäsche zeigen oder aber die Wäscheleine im Garten bedeutet, dass die wohl kein Geld für einen Trockner haben, bedeutet, dass die wohl bald pleite sind, dass also versteckte Asoziale in dem Haus wohnen und bei dieser Nachbarschaft rasen die Immobilienpreise sofort abwärts. Obwohl man das bei uns wohl als wieder-so-eine-abgekrachte-europäische-Macke abtun würde. Also der Trockner...

/pics/StromTrocknerDec09.jpg

Dann haben wir natürlich einen riesigen Herd. Einen Herd, der einen Truthahn beherbergen können muss. Einen Herd, der gern alle Kochplatten zumindest anwärmt, wenn nur eine laufen soll. Einen Herd, der im November aber auch zwei Enten hat braten müssen und somit unsere Stromrechnung gestützt hat.

/pics/StromHerdDec09.jpg

Bleiben wir in der Küche, denn hier steht noch jemand, der fast so alt ist wie wir Familienältesten: der Kühlschrank. Seit 1988 tut er seinen Dienst und wurde seitdem sicher noch nie abgetaut oder abgeschaltet. Er läuft im Prinzip durch und kühlt nicht, er "kaltet". Milch oder Saft sind nicht zu trinken, wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommen. Natürlich steht er bei uns auf seiner niedrigsten Stufe, doch das hat keinen Effekt. Isoliert ist er natürlich kaum, seine Seite ist schön kalt und so kann das Bier neben ihm angenehm trinkkühl lagern.

/pics/StromFridgeDec09.jpg /pics/StromFridgeSchildDec09.jpg

Dann haben wir ja noch unsere Heizung. Durch regelmäßiges Anspringen und Brummen versucht sie rührend, an unserem Alltag teilzunehmen. Ich habe über eine TV-Fernbedienung nachgedacht, denn heizt sie los, kann man nichts mehr verstehen. Aufopfernd lässt sie die Raumtemperatur kaum unter 60 Grad Fahrenheit sinken, auch wenn wir sie niedriger eingestellt haben. Sonst leben wir hier bei ca. 65-68 Grad Fahrenheit, also ca. 20 Grad Celsius (so genau kann man das auf dem angelaufenen Thermostat nicht erkennen) -- unseren russischen Freunden in ihrer Sauna jagt das Schauer über den Rücken, aber Deutsche wärmen sich ja auch an Eisblöcken. Da unser Haus über keinerlei Wärmedämmung verfügt, muss die Heizung aller 20 min nachheizen -- ja und was hat das nun mit Strom zu tun? Natürlich ist es eine Ölheizung, die aber -- und jetzt kommts -- Strom zum Anspringen braucht.

/pics/StromHeizungDec09.jpg

Wir mussten keines der Geräte kaufen, denn die gehören zu unserem Haus dazu. So kommt es, dass sich unser Stromverbrauch jeden Monat erhöht hat und sich wahrscheinlich weiter erhöhen wird, je kälter es draußen ist. Während wir in Deutschland einen Monatsverbrauch von ca. 130 Kilowattstunden im Monat hatten, sind wir hier schon bei 250 kw/h und bezahlen statt 35 Euro im Monat nun 16 Euro -- na sowas! Was sind wir doch für Klimaschweine -- aber wirklich unabsichtlich!

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Knusper Knäuschen

[Kommentieren] [link] [raw]
Mo, 07 Dez 2009

Wir sind jetzt mitten im Advent. Nun liegt Schnee, die Heizung bullert sich heiß und wir erkunden, was das winterliche New Hampshire alles zu bieten hat. Tatsächlich gibt es hier ja unheimlich viele Community-Events in den Gemeindehäusern. Viele Amerikaner sind in ihren Kommunen freiwillig engagiert, geben Kurse oder organisieren irgendwelche Feste. Auch Geldspenden sind sehr beliebt -- jedes Museum, jede Schule, Parkbänke, Bäume oder Fußwegsteine werden bedacht. Vielleicht sind auch deshalb die Steuern eher niedrig, weil viele Amerikaner lieber selbst entscheiden wollen, wo ihr Geld hingeht. Sie sind sich sehr bewusst, wie viel sie selbst für ein schönes Leben in ihren Gemeinden geben können und das tun sie mit Begeisterung, auch weil der Staat sich traditionell eher raushält. Eines dieser Ereignisse ist das alljährliche Gingerbreadfestival in Norwich/Vermont, also "drüben" am anderen Ufer des Connecticut Rivers.

/pics/GingerbreadKidsDec09.jpg

Hunderte strömen da hin, um selbstdekorierte Pfefferkuchenhäuser zu bewundern und auch zu ersteigern, damit wieder Geld in die Vereinskassen kommt. Die Pfefferkuchenkreationen wurden alle von Familien aus der Umgebung gebastelt und gespendet. Natürlich bergen auch diese zuckersüßen Häuschen große Gefahren, auf die mit kleinen Schildern hingewiesen werden muss -- z.B. May contain nuts. (grusel).

/pics/GingerbreadSchlossDec09.jpg

Im Untergeschoss gab es große Kinderbespaßung, mit Lebkuchenverzierung, Kinderschminken, Märchenstunde und Basteln. Wobei die selbstgemachten Lebkuchenkunstwerke nicht lange Bestand hatten, sie sahen einfach zu lecker aus.

/pics/GingerbreadCookieDecoDec09.jpg

Man konnte auch Lose kaufen, um eine professionelle Pfefferkuchenhausdekorationsbegleitung zu gewinnen, von einer Dame, die einer Zuckerstange nicht unähnlich war, nur massiver.

/pics/GingerbreadProfiDec09.jpg

Und alle Häuser, Kirchen, sogar Seilbahnen und Schlösschen sahen tatsächlich zum Anbeißen aus. Da macht es doch mal Sinn, dass es hier so viel knallbuntes, ungesund aussehendes Zuckerwerk zu kaufen gibt.

/pics/GingerbreadAuswahlDec09.jpg

Wir haben keines ersteigert, wir machen lieber unser eigenes -- zu sehen demnächst auf diesen Internetseiten!

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Endlich ist er da

[Kommentieren] [link] [raw]
So, 06 Dez 2009

Die letzte Woche in Hanover/ New Hampshire sah etwa so aus:

/pics/ErsterSchneeRegenDec09.jpg

Selbst alteingesessene Hanoveraner machten sich langsam Sorgen, denn es wollte und wollte nicht kälter werden. Jede Woche mahnten Schule und KiTa, an die Snow Days zu denken. Denn sobald hier Schnee fällt und die Schulbusse kaum noch oder nicht mehr durchkommen, fällt die Schule aus oder beginnt später und die KiTa richtet sich danach auch. Wir sollten Radio hören und Internetseiten im Auge behalten, Schneesachen deponieren und auf alles gefasst sein. Stattdessen: 15 Grad, warm, Regen, manchmal Sonne. Aber Samstag nachmittag ging es endlich los:

/pics/ErsterSchneeHausDec09.jpg

Wir feierten immer noch Lottis Geburtstag nach und kamen gerade aus Molly's Restaurant von einem Burger-und Pizza-Essen mit Freunden, da waren die Flocken schon sehr groß und fielen dicht und weich vom Himmel. Vielleicht war das das schönste Geburtstagsgeschenk für unser Winterkind.

/pics/ErsterSchneeKinderDec09.jpg

Die Eingeborenen auf der Straße mussten ein bißchen über uns lachen und eine Frau hinter uns meinte nur trocken: "Okay, it is starting..."

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

... da hat sich unsere Lotti schon wochenlang drauf gefreut und zwar so sehr, dass sie an ihrem Geburtstag schon um 5 Uhr aufgewacht ist. Sie konnte es einfach nicht mehr in ihrem Bett aushalten und Moritz war mindestens genauso aufgeregt und war gleich mit wach. So war genug Zeit, noch vor Frühstück und Schule alle Geschenke auszupacken, die auch zum Teil von allen Omas und Opas aus Deutschland herangeschafft oder geschickt worden waren.

/pics/LottiGebGeburtstagstischDec09.jpg

Weil es mittlerweile ziemlich kühl ist am Morgen, war der Geburtstagstisch diesmal im Schlafzimmer gedeckt und das große Bett füllte sich mit Geschenkpapierschnipseln, während Mama und Papa kalte Kinderfüße wärmten. Vor allem hat sich Charlotte über die Pferde und die vielen Karten gefreut.

/pics/LottiGebKarteDec09.jpg /pics/LottiGebGeschenkeDec09.jpg

Dann wurde schön gefrühstückt und es ging ab in die Schule. Da haben wir vierzig gefüllte Blätterteigküchlein mitgenommen, das kennen die hier nämlich auch nicht. Und obwohl Lotti erstmal skeptisch war, ob die Kinder etwas anderes als Cupcakes essen, haben wir ganze sechs wieder mit nach Hause genommen. eine kleine Party gibt es nächste Woche mit drei von Lottis neuen Freundinnen. Abends war dann noch ein kleines Grillen mit den Workshop-Kollegen angesagt, die Lotti alle gratuliert haben. Jetzt am Wochenende heißt es spielen, ausruhen, knuspern, spielen, kuscheln... denn auf den Schnee mussten wir noch warten, bis endlich Oma Mechthilds Strickschal getragen werden kann.

/pics/LottiGebStrickschalDec09.jpg
[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Hanover/USA: Premiere am bedeutenden Dartmouth-College in Hanover -- Programmier-Experten aus aller Welt trafen sich zum Auftakt eines Workshops, der ein aufstrebendes Team junger Wissenschaftler aus dem Bereich der so wichtigen wie bisher wenig erforschten psychologischen Hirnforschung entscheidend nach vorn bringen soll.

/pics/WorkshopDreamteamNov09.jpg

Dr. Michael Hanke und Dr. Yaroslav Halchenko luden Kollegen aus Europa und den USA ins Tagungszentrum des Psychologie-Institutes ein, um die von ihnen initiierte Auswertungssoftware PyMVPA für elektronisch erhobene Daten aus Bereichen der Medizin, der Psychologie und der Hirnforschung zu erweitern und zu erneuern. Es geht um nichts weniger als die Entschlüsselung des kompliziertesten aller menschlichen Organe, des geheimnisvollen Gehirns. Das exklusive Treffen begann mit einem umfassenden Vortrag Dr. Hankes über die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Programms, der auch die Stoßrichtung der Arbeit der nächsten Tage vorgab.

/pics/WorkshopMichaNov09.jpg /pics/WorkshopGrafikNov09.jpg

Die Experten des Dartmouth-Colleges, des MIT in Boston, aus Italien und Berlin zeigten sich entschlossen, die nächsten Tage in strenger Klausur (nur Chips uund Saft) in kargen Räumen (nur Rechner, Stuhl und Tisch) des Institutes zu verbringen, um das bisher nur wenig bekannte, doch durchaus verheißungsvolle Computerprogramm entscheidend zu verbessern.

/pics/WorkshopGruppeNov09.jpg

Der erste, schon sehr lange Tag klang mit einem Abstecher ins hanoversche Nachtleben aus und zeigte schon jetzt: das ambitionierte Treffen wird nicht nur herausragende, die gesamte Wissenschaft aufrüttelnde Ergebnisse bringen, nein, die jungen Wissenschaftler erfreuen sich auch persönlich an ihrem für die Menschheit so wichtigen Schaffen.

/pics/WorkshopYarikNov09.jpg
[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.